Gedenken an die Toten der EU-Außengrenzen

 

WP_20150425_004Am Samstag den 25.04 hatte der Verein “Integration Flüchtlinge Kamp-Lintfort” kurzfristig zu einer Mahnwache auf dem Rathausplatz aufgerufen. Im Gedenken an die am letzten Wochenende ertrunkenen Flüchtlinge trafen sich ca. 15 Personen zu einer Schweigeminute.  Die Veranstaltung wurde von Rainer Klotz mit folgendem Redebeitrag eröffnet.


Am vergangenen Wochenende sind im Mittelmeer mehr als tausend Menschen ertrunken. Ich finde es erschrecken, dass an einem Wochenende im Mittelmeer mehr Flüchtlinge gestorben sind als in 27 Jahren an der innerdeutsch Grenze. Dies ist meiner Meinung nach eine menschliche und auch eine gesellschaftliche Katastrophe. Die im Vergleich reichen Europäischen Staaten weigern sich Verantwortung, für die um ihr Leben fürchtenden Menschen, zu übernehmen und sie bei der Flucht aus den Kriegsgebieten zu unterstützen. Ich denke nicht, dass zum Beispiel das Zerstören der Schlepperschiffe der richtige Weg ist die verbrecherischen Machenschaften der Menschenschieber zu verhindern. Ich bin eher der Meinung, dass sichere Fluchtwege, in welcher Form auch immer, geschaffen werden müssen um den fliehenden Menschen die Möglichkeit zu geben ihr Leben in Sicherheit zu bringen. Nur so sind die flüchtenden nicht mehr auf Schlepperbanden angewiesen, die sich an dem Leid anderer bereichern und sie zu dem auf völlig überladenen Booten zusätzlich in Gefahr bringen. Auch kann die Küstenwache der Ägäis Staaten, die zumeist von den Schleppern angesteuert werden, nicht alleine von den betroffenen Staaten finanziert werden. Hier sind alle europäischen Staaten gefragt sich an den Maßnahmen zur Rettung der flüchtenden Menschen zu beteiligen. Auch bedarf es meiner Meinung nach einer europaweit geltenden gerechten Regelung zur Verteilung der Flüchtlinge auf die Europäischen Staaten wie den hier in Deutschland geltenden „Königssteiner Schlüssel“.

 Daher kann die Forderung an die Verantwortlichen nur sein

  1. Schaffung sicherer Fluchtwege
  2. Beteiligung an den Maßnahmen zur Rettung der in Seenot geratenen Flüchtlinge
  3. Und eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge auf alle Europäischen Staaten.

Dies sind, denke ich, Themen die auf politischem Wege angegangen werden müssen. In Zukunft sind noch andere Aktionen nötig um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Nun möchte ich aber jedem noch Gelegenheit bieten seinen Gedanken und auch seiner Betroffenheit über die jüngsten Geschehnisse Ausdruck zu verleihen und gebe das Wort nun weiter.


Ein Herr aus dem Publikum äußerte sich über die Notwendigkeit, das Hilfe für die Flüchtlinge schon in den Herkunftsländern beginnen sollte. Bzw. die Bevölkerung dort so zu unterstützen ist, dass eine Flucht erst gar nicht notwendig wird.

Es folgte eine Minute des Schweigens im Gedenken an die über tausend Toten des vergangenen Wochenendes und das schließen der Versammlung.

Trotz der sehr kurzen Vorbereitungszeit freue ich mich, dass sich einige Menschen an der Veranstaltung beteiligt haben. Ich möchte hier auch noch einmal auf die nächste Aktion der Flüchtlingshilfe Ka-Li hinweisen.

“Bake the world a better place”
am 16.05.15 an Flüchtlingsheim in Kamp-Lintfort weiter Details entnehmen sie bitte der Terminankündigung.

Der Verein “Integration Flüchtlinge Kamp-Lintfort” bedankt sich bei allen Beteiligten.